Evangelische Kita-Arbeit bis 2019 gesichert

8.6.2018 - Die Arbeit der evangelischen Kindertagesstätten in Wuppertal ist bis zum Inkrafttreten des von der Landespolitik angekündigten neuen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) gesichert.

Per einstimmigem Ratsbeschluss wurde der Diakonie als Träger jetzt von der Stadt Wuppertal ein Zuschuss von rund 440.000 Euro für das Kindergartenjahr 2018/2019 gewährt. Damit ist die wirtschaftliche Existenz der 25 Einrichtungen der Diakonie gesichert.

Die Wirtschaftsplanung der Evangelischen Kitas weise trotz der zusätzlichen Landesförderung eine Unterfinanzierung auf und der Betrieb der bis zu 1150 Betreuungsplätze sei für das kommende Kindergartenjahr nicht sichergestellt, heißt es in der Begründung der Stadt.

Eine Übernahme der Einrichtungen sei deutlich kostenaufwändiger als der jetzt vorgeschlagene Sonderzuschuss. Der Zuschuss wird in 12 Monatsraten ausgezahlt. Im Gegenzug hat die Diakonie Wuppertal den Betrieb der Einrichtungen bis mindestens 31. Juli 2019 garantiert.

„Wir sind durchaus dankbar für diese weitere Hilfe. So können wir den Betrieb unserer Einrichtungen um ein weiteres Jahr auf sichere Beine stellen“, sagt Geschäftsführer Thomas Bartsch. „Trotzdem sollten wir dringend weiter auf eine auskömmliche Finanzierung per gesetzlicher Regelung hinarbeiten“. Der Sonderzuschuss sei ein weiterer Erfolg der Kitastrophal-Kampagne.

Rückblick: Mit der öffentlichkeitswirksamen Kampagne „Kitastrophal“ hatte die Diakonie im vergangenen Jahr erfolgreich Politik und Stadtverwaltung auf die existenzbedrohende Lage und deren Konsequenz durch die Unterfinanzierung der Einrichtungen hingewiesen. Mit Erfolg: Der im Wirtschaftsplan ausgewiesene Fehlbetrag wurde ursprünglich als einmaliger Sonderzuschuss für das Kita-Jahr 2017/18 zugesprochen.

Nun erfolgt die Auszahlung in zwei Tranchen (90 Tsd für 2017/2018 und 440 Tsd. für 2018/2019) Außerdem hatte das Land NRW allen Trägern mit einer Finanzspritze unter die Arme gegriffen, um die Zeit bis zum neuen Kinderbildungsgesetz (Kibiz) zu überbrücken.

Von der unsicheren wirtschaftlichen Situation will sich die Diakone Wuppertal – Evangelische Kindertagesstätten gGmbH mit der Planung für die Zukunft aber nicht bremsen lassen. „Vision statt Depression, lautet unser Motto“, so Bartsch. Daher laufe parallel die Planung für neue Kindergärten der Diakonie. „Wir haben eine Reihe von Bauvorhaben in der Pipeline, für die es auch schon die entsprechenden Gremienbeschlüsse gibt“, sagt Geschäftsführer Thomas Bartsch.

„Die neuen Einrichtungen sind für uns als Diakonie und für unser Personal enorm wichtig. Sonst haben wir langfristig keine Chance, uns auf dem Kita-Markt zu behaupten“, sagt Bartsch. „Es geht nicht nur darum, den wirtschaftlichen Betrieb kurzfristig aufrechtzuhalten, sondern wir brauchen auch eine Strategie für die Zukunft.“ Insbesondere für den Gemeindeaufbau seien die Evangelischen Einrichtungen schließlich von großer Bedeutung.

So sollen frühestens ab August 2019 Neubauten an der Sternstraße (viergruppig) und dann folgend an der Sonnborner Straße (drei Gruppen), am Domagkweg (vier Gruppen) und evtl. auch eine neue Kita mit drei Gruppen an der Lessingstraße entstehen.

Ein weiteres spannendes Projekt ist eine Kindertageseinrichtung in der Rathausgalerie mit einem Außengelände auf dem Dach des Gebäudes. Hierfür liegt aber bisher noch kein entsprechender Beschluss vor, da die Projektierung abgeschlossen sowie die auskömmliche Finanzierung noch nicht sichergestellt ist. Auch hat der Vermieter der Immobilie, in die die Diakonische Altenhilfe vor kurzem vorübergehend eingezogen ist, bisher noch nicht final zugestimmt.

Foto: Pixabay/ FeeLoona
Text: Nikola Dünow

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